.

Rechtsverordnung
zum Erwerb der Anstellungsfähigkeit nach § 16 Abs. 2 PfDG.EKD
(RVO Anstellungsfähigkeit Pfarramt - RVO-AnPf)

Vom 24. September 2013 (GVBl. S. 265)

Der Evangelische Oberkirchenrat erlässt gem. § 31 Abs. 2 Nr. 2 AG-PfDG.EKD folgende Rechtsverordnung:
####

§ 1
Anwendungsbereich

Diese Rechtsverordnung regelt die Voraussetzungen für eine Zulassung zum Lehrvikariat aufgrund eines Ausbildungsganges, der nicht mit dem I. Theologischen Examen abgeschlossen wurde.
#

§ 2
Voraussetzungen zur Zulassung zum Lehrvikariat

Die Zulassung kann erfolgen, wenn die Person
  1. ein Hochschulstudium mindestens auf Bachelor-Niveau erfolgreich abgeschlossen hat,
  2. mindestens fünf Jahre Berufserfahrung nachweisen kann,
  3. einen von der Evangelischen Landeskirche in Baden anerkannten nicht konsekutiven Master-/Magisterstudiengang in Evangelischer Theologie an einer Universität erfolgreich abgeschlossen hat und
  4. ein Kolloquium vor dem Evangelischen Oberkirchenrat erfolgreich absolviert hat.
#

§ 3
Studienbegleitung

1 Studierende eines in § 2 Nummer 3 genannten Studienganges werden während des Studiums begleitet. 2 §§ 4 und 7 Ordnung der Theologischen Prüfungen (OThP) finden entsprechende Anwendung. 3 Über die Teilnahme an studienbegleitenden Praktika (§ 6 OThP) entscheidet der Evangelische Oberkirchenrat.
#

§ 4
Kolloquium

( 1 ) Das Kolloquium nach § 2 Nummer 4 besteht aus drei Prüfungsgesprächen mit einem zeitlichen Umfang von jeweils 20 Minuten in den Fächern:
  1. Biblische Theologie (AT oder NT),
  2. Systematische Theologie und
  3. Praktische Theologie.
( 2 ) 1 Das Kolloquium wird vor einer Prüfungskommission abgelegt, die mit Personen besetzt ist, die auch im I. Theologischen Examen als Prüferin bzw. Prüfer bestellt sind. 2 Das Kolloquium wird in der Regel zeitlich in Verbindung mit dem I. Theologischen Examen durchgeführt.
( 3 ) 1 Für das jeweilige Fach wird ohne Festlegung einer Einzelnote festgestellt, ob das jeweilige Fach bestanden oder nicht bestanden wurde. 2 Für die Bewertung der Leistungen des Kolloquiums sowie das Bestehen des Kolloquiums und eine etwaige Wiederholung von Teilen des Kolloquiums gelten § 9 Abs. 1, 6 und 8 bis 10 OThP entsprechend. 3 Bezüglich etwaiger Täuschungsversuche und des Rücktritts vom Kolloquium §§ 10 und 11 OThP entsprechend. 4 Ein Beschwerdeverfahren findet nicht statt.
#

§ 5
Inkrafttreten

1 Diese Rechtsverordnung tritt am 1. Januar 2014 in Kraft. 2 Sie ist für alle Personen anzuwenden, die sich bereits in einem Ausbildungsgang befinden, welcher zur Zuerkennung der Anstellungsfähigkeit nach § 16 Abs. 2 PfDG.EKD führen kann. 3 Soweit das Studium schon begonnen wurde, kann der Evangelische Oberkirchenrat von der Anwendung einzelner Bestimmungen dieser Rechtsverordnung absehen.