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Geltungszeitraum von: 01.01.2001

Geltungszeitraum bis: 01.06.2010

Ordnung der Evangelischen Akademie Baden

Vom 14. November 2000 (GVBl. S. 198),

aufgehoben am 25. Januar 2011 (GVBl. S. 37)1#

Gemäß § 127 Abs. 2 Nr. 10 der Grundordnung der Evangelischen Landeskirche in Baden erlässt der Evangelische Oberkirchenrat folgende Ordnung der Evangelischen Akademie Baden:
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Vorspruch

1 Die Evangelische Akademie hat teil am Gesamtauftrag der Kirche, das Evangelium von Jesus Christus in Wort und Tat zu verkündigen. 2 Evangelische Akademien haben sich in der historischen Situation nach 1945 als Formen kirchlichen Handelns gebildet und sich in der Folgezeit zu Stätten der freien Begegnung und des offenen Dialogs verschiedener Gruppen und Auffassungen entwickelt. 3 Ihr Ziel war und ist es, die Beziehungen christlichen Glaubens zu Fragen der modernen Kultur und Gesellschaft, der Berufs- und Alltagswelt zu klären und darzustellen. 4 In einer Akademie versucht die Kirche, in die sozialen und geistigen Prozesse der Zeit die Frage nach Gott und christlicher Lebensorientierung einzubringen.
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1. Arbeitsgebiete

1 Die Evangelische Akademie bearbeitet für die Landeskirche im Sinne des Vorspruchs bestimmte Themenfelder. 2 Solche Themenfelder sind zum Beispiel: Politik und Gesellschaft, Kunst und Kultur, Philosophie und Weltanschauung, Arbeitswelt und Wirtschaft, Naturwissenschaft und Technik, Frauenfragen, Ländlicher Raum, Ökologie, Bildung und Sport. 3 Die Bearbeitung geschieht vor allem durch die Veranstaltung von Tagungen und Seminaren, aber auch durch die Verfertigung von Arbeitsmaterialien, Publikationen und Stellungnahmen. 4 Für die Bearbeitung eines Themenfeldes sind die Akademiedirektorinnen bzw. -direktoren (s. 2.), die Leiterin bzw. der Leiter der Landesstelle für Erwachsenenbildung und nebenamtliche Studienleiterinnen bzw. -leiter (s. 4.1) zuständig.
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2. Akademiedirektorinnen bzw. -direktoren und Kollegium der Akademie

2.1
1 Die Akademiedirektorinnen bzw. -direktoren werden vom Evangelischen Oberkirchenrat im Benehmen mit dem Kollegium der Akademie und nach Anhörung der bzw. des Vorsitzenden des Kuratoriums (s. 5.) berufen. 2 Auf das Verfahren finden die Bestimmungen über die Berufung landeskirchlicher Pfarrerinnen bzw. Pfarrer sinngemäß Anwendung.
2.2
1 Die Akademiedirektorinnen bzw. -direktoren bilden zusammen mit der Leiterin bzw. dem Leiter des Kirchlichen Dienstes in der Arbeitswelt, der Leiterin der Frauenarbeit und der Leiterin bzw. dem Leiter der Landesstelle für Erwachsenenbildung das Kollegium der Akademie. 2 Die Leiterin bzw. der Leiter des Kirchlichen Dienstes in der Arbeitswelt, die Leiterin der Frauenarbeit und die Leiterin bzw. der Leiter der Landesstelle für Erwachsenenbildung bringen die Kompetenz ihres jeweiligen Arbeitsfeldes unbeschadet der Eigenständigkeit dieser Arbeitsbereiche gemäß ihrer jeweiligen Ordnung in die Arbeit der Akademie ein. 3 Die Leiterin der Frauenarbeit und die Leiterin bzw. der Leiter des Kirchlichen Dienstes in der Arbeitswelt tragen die Amtsbezeichnung Akademiedirektorin bzw. Akademiedirektor (§ 127 Abs. 2 Nr. 21 GO).
2.3
1 Das Kollegium der Akademie hat in gemeinsam wahrzunehmender Verantwortung die grundsätzlichen und laufenden Fragen der Akademiearbeit und des Miteinanders der Arbeitsbereiche zu klären und dafür Sorge zu tragen, dass die Gesamtarbeit und die Einzelprogramme an der im Vorspruch generell formulierten Aufgabe ausgerichtet bleiben. 2 Es tritt in regelmäßigen Abständen zur Besprechung und Beschlussfassung zusammen.
2.4
Zu den Aufgaben des Kollegiums der Akademie gehören insbesondere:
  1. Erarbeitung und Verabschiedung des Halbjahresprogramms,
  2. Beratung des Haushaltsentwurfs,
  3. 1 Bereitstellung der im Rahmen des Haushaltsbuchs zur Verfügung stehenden Mittel für die einzelnen Arbeitsbereiche. 2 Bei Entscheidungen zu diesen Aufgaben sind die Belange der einzelnen Arbeitsbereiche angemessen zu berücksichtigen.
2.5
1 Innerhalb ihrer Zuständigkeit planen die Mitglieder des Kollegiums der Akademie ihre Tagungen selbstständig und führen sie eigenverantwortlich durch. 2 Sie sind für die finanziellen Belange ihrer Tagungen selbst verantwortlich. 3 In begründeten Fällen kann jedes Mitglied des Kollegiums mit Zustimmung des anderen Tagungen durchführen, die in dessen Arbeitsbereich fallen.
2.6
1 Für jeweils sechs Jahre wird ein Mitglied des Kollegiums der Akademie vom Evangelischen Oberkirchenrat im Benehmen mit dem Kollegium der Akademie zur leitenden Akademiedirektorin bzw. zum leitenden Akademiedirektor berufen. 2 Es leitet die Abteilung Evangelische Akademie/Kirche und Gesellschaft im Referat 3 des Evangelischen Oberkirchenrats, in der die Frauenarbeit, die Erwachsenenbildung, der Kirchliche Dienst in der Arbeitswelt und die Akademie zusammenwirken. 3 Es lädt zu den Sitzungen des Kollegiums ein, überwacht die Durchführung der Beschlüsse und vertritt im Rahmen des Geschäftsverteilungsplans die Akademie gegenüber dem Evangelischen Oberkirchenrat und sonstigen kirchlichen und staatlichen Stellen.
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3. Beiräte

1 Für die hauptsächlichen Arbeitsgebiete bildet die Akademie jeweils einen Beratungskreis fachlich kompetenter Persönlichkeiten. 2 Er tritt in der Regel jährlich einmal zusammen. 3 Die Mitglieder der Beiräte werden für sechs Jahre vom Evangelischen Oberkirchenrat im Einvernehmen mit dem fachlich zuständigen Mitglied des Kollegiums der Akademie berufen. 4 Die Geschäfte des Beratungskreises führt das fachlich zuständige Mitglied des Kollegiums der Akademie.
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4. Weitere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

4.1
1 Der Evangelische Oberkirchenrat kann im Benehmen mit dem Kollegium der Akademie andere hauptamtliche Mitarbeiterinnen bzw. Mitarbeiter der Landeskirche zu nebenamtlichen Studienleiterinnen bzw. -leitern berufen. 2 Sie nehmen an den Sitzungen des Kollegiums der Akademie teil, in denen Grundsatzfragen der inhaltlichen Arbeit behandelt und die Halbjahresprogramme geplant werden.
4.2
Um das Themenangebot der Evangelischen Akademie zu verbreitern, kann das Kollegium der Akademie ausgewiesene Fachleute als Tagungsleiterinnen bzw. -leiter berufen und mit der Durchführung von Tagungen in bestimmten Bereichen beauftragen.
4.3
1 Der Evangelischen Akademie stehen zur Durchführung ihrer Aufgaben im Rahmen des landeskirchlichen Stellenplans eine Presse- und Öffentlichkeitsreferentin bzw. ein -referent, Jugendbildungsreferentinnen bzw. -referenten, Sachbearbeiterinnen bzw. -bearbeiter und Sekretärinnen bzw. Sekretäre zur Verfügung. 2 Die Aufgabenzuweisung wird vom Kollegium der Akademie einvernehmlich festgelegt.
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5. Kuratorium

5.1
Die Vorsitzenden der nach Nr. 3 gebildeten Beiräte und ein Mitglied des Vorstands des Freundeskreises der Evangelischen Akademie Baden e.V. bilden gemeinsam ein Kuratorium.
5.2
Die Aufgabe des Kuratoriums besteht darin, die Arbeit der Akademie zu fördern.
5.3
1 Das Kuratorium kann zur besseren Erfüllung seiner Aufgabe dem Evangelischen Oberkirchenrat weitere Mitglieder zur Berufung auf sechs Jahre vorschlagen. 2 Die Zahl der Mitglieder des Kuratoriums soll nicht mehr als 15 betragen.
5.4
Das Kuratorium wählt aus seiner Mitte eine Vorsitzende bzw. einen Vorsitzenden und eine Stellvertreterin bzw. einen Stellvertreter für die Dauer von sechs Jahren.
5.5
1 Das Kuratorium tagt jährlich einmal. 2 Das Kollegium der Akademie nimmt an den Sitzungen des Kuratoriums teil.
5.6
1 Bei der Berufung und Abberufung der Akademiedirektorinnen bzw. -direktoren und bei wesentlichen Veränderungen in der inhaltlichen Arbeit der Akademie ist die bzw. der Vorsitzende des Kuratoriums zu hören. 2 Sie bzw. er kann nach eigenem Ermessen weitere Mitglieder des Kuratoriums an der Anhörung beteiligen.
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6. Schlussbestimmungen

6.1
Diese Ordnung tritt am 01.01.2001 in Kraft.
6.2
Gleichzeitig tritt die Ordnung der Evangelischen Akademie Baden vom 5. März 1991 (GVBl. S. 41), zuletzt geändert am 18. Januar 1992 (GVBl. S. 34) außer Kraft.

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1 ↑
Entsprechend der Ordnung zur Aufhebung der Ordnung der EAB vom 25. Januar 2011 rückwirkend zum 1. Juni 2010 außer Kraft.