.

Verwaltungsvorschrift
für Supervision, Coaching und Balintgruppen in der
Evangelischen Landeskirche in Baden (Supervision-Vwr)

Vom 19. April 2011

(GVBl. S. 197)

Der Evangelische Oberkirchenrat erlässt nach Artikel 78 Abs. 2 Nr. 4 Grundordnung folgende Verwaltungsvorschrift:
1.
Geltungsbereich
Die Verwaltungsvorschrift gilt für alle in einem privat- oder öffentlich-rechtlichen Arbeits- oder Dienstverhältnis zur Evangelischen Landeskirche in Baden stehenden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und für Ehrenamtliche in der Evangelischen Landeskirche in Baden in Leitungspositionen.
2.
Zielsetzung
2.1
Supervision
(1) 1 Supervision stellt ein lösungs- und ressourcenorientiertes Beratungsverfahren dar und wird aufgesucht von Menschen, die sich beruflich weiterqualifizieren oder verändern wollen oder die aktuelle Herausforderungen und Probleme in ihrer Arbeitssituation bearbeiten und ihren Handlungsspielraum erweitern wollen.
2 Supervision unterstützt Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der kontinuierlichen Reflexion beruflicher Fragen, von Rollenanforderungen und Zielsetzungen. 3 Sie begleitet Teamentwicklungsprozesse und dient der Konfliktbearbeitung.
(2) Ehrenamtliche in Leitungspositionen können ebenfalls Supervision in Anspruch nehmen.
(3) Je nach Bedarf kann Supervision von Einzelnen, Gruppen oder Teams wahrgenommen werden.
2.2
Coaching
1 Bei Coaching handelt es sich ebenso wie bei Supervision um ein lösungsorientiertes Beratungsverfahren zur Erhaltung und Entwicklung beruflicher Handlungsfähigkeit in anspruchsvollen und schwierigen Berufssituationen, bei Leitungsaufgaben und in Situationen beruflicher Veränderungen.
2 Dabei orientiert sich Coaching deutlicher als Supervision an den Veränderungszielen der Coachees und setzt Kenntnisse in Organisationstheorien voraus.
.
2.3
Balintgruppen
1 Balintgruppen sind Gesprächsgruppen zur Unterstützung seelsorglicher und beraterischer Arbeit.
2 Sie fokussieren v.a. auf die emotionale Beziehungsebene von beruflichen Kontakten und fördern Offenheit und Unvoreingenommenheit für den beruflichen Umgang mit Menschen.
3.
Antragsverfahren
(1) 1 Supervision wird in der Regel durch einen oder mehrere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf eigenen Wunsch beantragt.
2 Sie kann in begründeten Ausnahmefällen auch dienstlich angeordnet werden.
3 Coaching wird in der Regel durch eine Mitarbeiterin bzw. einen Mitarbeiter auf eigenen Wunsch beantragt.
(2) 1 Die Mitarbeiterin bzw. der Mitarbeiter nimmt Kontakt mit einer Supervisorin bzw. einem Supervisor oder einem Coach aus der Supervisions- bzw. Coaching-Liste der Landeskirche auf und klärt mit dieser bzw. diesem das geeignete Beratungsformat.
2 Die Mitarbeiterin bzw. der Mitarbeiter stellt anschließend über den Dienstweg einen Antrag auf Supervision bzw. Coaching beim jeweiligen Anstellungsträger. 3 Entsprechendes gilt für Gruppensupervision.
(3) Supervision bzw. Coaching bedürfen der vorherigen schriftlichen Bewilligung durch den Evangelischen Oberkirchenrat, Abteilung Personalförderung.
(4) Supervision bzw. Coaching sind Arbeitszeit und werden nicht mit Fortbildungstagen verrechnet.
(5) Die Absätze 1 bis 4 gelten entsprechend für Balintgruppen als Form kollegialer Gruppensupervision bzw. Teamsupervision.
4.
Kostenregelung
(1) 1 Wird Supervision bzw. Coaching auf eigenen Wunsch der Mitarbeiterin bzw. des Mitarbeiters aus der Supervisions- bzw. Coaching-Liste der Landeskirche beantragt, so übernimmt der Anstellungsträger max. 70 % der Kosten, bei Einzelsupervision bzw. Coaching max. 400 EURO, bei Gruppen- oder Teamsupervision max. 600 EURO, in beiden Fällen in der Regel für 6-8 Sitzungen.
2 Balintgruppen werden mit max. 1.000 EURO pro Jahr bezuschusst.
3 Fahrtkosten werden nach dem Kirchlichen Reisekostengesetz übernommen.
(2) Wenn die Supervision bzw. das Coaching dienstlich angeordnet ist, trägt der Anstellungsträger die Kosten einschließlich der nach dem Kirchlichen Reisekostengesetz zu ersetzenden Fahrtkosten.
(3) Für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Evangelischen Oberkirchenrat gilt eine gesonderte Regelung.
5.
Inkrafttreten
(1) Die Verwaltungsvorschrift für Supervision, Coaching und Balintgruppen tritt in Kraft am 1. September 2011.
(2) Die Ordnung der Balintgruppen von 06. August 1991 sowie die Richtlinien für Supervision in der Fassung vom 14. Dezember 1992 treten außer Kraft.
#