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Satzung
der Evangelischen Hochschule Freiburg
für die Bestellung von Honorarprofessorinnen und Honorarprofessoren

Vom 18. April 2011 (GVBl. S. 104)

Der Senat erlässt gemäß § 10 Abs. 1 EH-G mit Genehmigung des Kuratoriums vom 9. Mai 2011 folgende Satzung:
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§ 1
Grundsätze zur Bestellung von Honorarprofessorinnen und Honorarprofessoren

( 1 ) 1 Die Hochschule kann geeignete Personen aus der beruflichen Praxis, welche die Einstellungsvoraussetzungen für Professorinnen bzw. Professoren
  1. nach § 47 Landeshochschulgesetz in der jeweils geltenden Fassung und
  2. nach § 5 der Richtlinien für das Berufungsverfahren von Professorinnen und Professoren an der Evangelischen Hochschule Freiburg (Hochschule) vom 2. Juni 2008
erfüllen, zur Honorarprofessorin oder zum Honorarprofessor bestellen. 2 Nicht bestellt werden können Personen, die der Hochschule als hauptamtliche Mitglieder des Lehrkörpers (§ 8 Abs. 1 Nr. 1 EH-G) angehören.
( 2 ) Die Bestellung nach Absatz 1 bedarf der Bestätigung durch das Kuratorium.
( 3 ) 1 Die Honorarprofessorin bzw. der Honorarprofessor ist Mitglied der Hochschule (§ 8 Abs. 2 Nr. 1 EH-G), sie bzw. er steht in einem öffentlich-rechtlichen Rechtsverhältnis zur Hochschule und ist berechtigt, die Bezeichnung „Honorarprofessorin“ oder „Honorarprofessor“ zu führen. 2 Ein Dienst- oder Arbeitsverhältnis wird dadurch nicht begründet.
( 4 ) 1 Die Bestellung zur Honorarprofessorin oder zum Honorarprofessor erfolgt in der Erwartung, dass sie bzw. er eine enge Verbindung zur Hochschule pflegt, einen wesentlichen Beitrag zur Ergänzung des Lehrangebotes an der Hochschule leistet und sich auf Wunsch an der Betreuung von Leistungsnachweisen und Abschlussarbeiten unentgeltlich beteiligt. 2 Die berufene Person soll Lehrveranstaltungen von mindestens zwei Semesterwochenstunden pro Semester durchführen. 3 Die Durchführung der Lehrveranstaltungen erfolgt unentgeltlich.
( 5 ) Die Hochschule fördert die Bestellung von Frauen zu Honorarprofessorinnen.
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§ 2
Bestellungsverfahren

( 1 ) 1 Die Bestellung zur Honorarprofessorin bzw. zum Honorarprofessor erfolgt duch den Senat auf Vorschlag der Rektorin bzw. des Rektors. 2 Der Vorschlag erfolgt im Benehmen mit den fachlich zuständigen Dekanin bzw. dem fachlich zuständigen Dekan.
( 2 ) 1 Dem Vorschlag nach Absatz 1 muss eine Würdigung der Eignung der bzw. des Vorgeschlagenen beigefügt sein. 2 Hierfür ist in der Regel mindestens ein externes Gutachten von Professorinnen oder Professoren anderer Hochschulen einzuholen und dem Vorschlag beizufügen.
( 3 ) Die Bestellung kann befristet werden.
( 4 ) Arbeiten wissenschaftliche Einrichtungen anderer Träger mit der Hochschule zusammen, so kann die Bestellung zur Honorarprofessorin bzw. zum Honorarprofessor an die Wahrnehmung eines bestimmten Amtes oder einer bestimmten Aufgabe in der betreffenden Einrichtung geknüpft werden; ein Anspruch gegen die Hochschule auf Bestellung zur Honorarprofessorin bzw. zum Honorarprofessor ergibt sich aus der Zusammenarbeit nicht.
( 5 ) Folgende Unterlagen in Bezug auf die vorgeschlagene Person sind dem Senat zur Entscheidung über den Vorschlag vorzulegen:
  1. Ein Lebenslauf mit Darstellung des beruflichen und wissenschaftlichen Werdegangs einschließlich des Publikationsverzeichnisses,
  2. Nachweise über die Erfüllung der Einstellungsvoraussetzungen nach § 1 Abs. 1 und
  3. die Erklärung der bzw. des Vorgeschlagenen, dass sie bzw. er grundsätzlich bereit ist, sich an der Lehre der Hochschule im Umfang von mindestens zwei Semesterwochenstunden unentgeltlich zu beteiligen.
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§ 3
Erlöschen und Widerruf der Bestellung

( 1 ) Die Bestellung zur Honorarprofessorin bzw. zum Honorarprofessor erlischt
  1. durch schriftlichen Verzicht, der gegenüber der Rektorin bzw. dem Rektor zu erklären ist,
  2. durch Ernennung zur Professorin bzw. zum Professor an der Hochschule oder an einer anderen Hochschule oder Universität,
  3. durch rechtskräftige Verurteilung in einem ordentlichen Strafverfahren durch ein deutsches Gericht zu einer Freiheitsstrafe von mindestens einem Jahr,
  4. mit Ablauf der Befristung nach § 2 Abs. 3.
( 2 ) Die Bestellung zur Honorarprofessorin bzw. zum Honorarprofessor kann vom Senat widerrufen werden,
  1. wenn sie bzw. er aus Gründen, die sie bzw. er zu vertreten hat, sich länger als zwei Semester nicht an der Lehre der Hochschule beteiligt hat, es sei denn, der Senat anerkennt die Gründe, die dies rechtfertigen,
  2. wenn sie bzw. er der Aufforderung des Senats, sich in dem von ihr bzw. ihm vertretenen Fachgebiet an der Forschung und Weiterbildung zu beteiligen, aus Gründen, die er bzw. sie zu vertreten hat, wiederholt nicht nachkommt,
  3. wenn ihr bzw. ihm ein akademischer Grad entzogen wurde,
  4. wenn sie bzw. er gegen die allgemein anerkannten Grundsätze guter wissenschaftlicher Praxis verstößt oder ein solcher Vorstoß nachträglich bekannt wird oder
  5. wenn sie bzw. er die Aufagen der Hochschule nicht bejaht bzw. die Bestimmungen der Grundordnung der Evangelischen Landeskirche in Baden, insbesondere die im Vorspruch zur Grundordnung festgestellten Bekenntnisgrundlagen, nicht achtet.
( 3 ) Vor einem Widerruf nach Absatz 2 ist die bzw. der Betroffene von der Rektorin bzw. dem Rektor anzuhören,
( 4 ) Mit Erlöschen oder Widerruf der Bestellung zur Honorarprofessorin bzw. zum Honorarprofessor erlischt die Befugnis zur Führung der Bezeichnung „Honorarprofessorin“ bzw. „Honorarprofessor“.
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§ 4
Inkrafttreten, Bekanntmachung

Diese Satzung tritt am 1. Juni 2011 in Kraft. Sie wird gemäß § 10 Abs. 2 EH-G im GVBl. der Landeskirche bekannt gemacht.